Die Wirtschafts- und Verkehrsminister/Senatoren der Länder
Niedersachsen und Bremen, Olaf Lies, Martin Günthner und Joachim Lohse,
haben sich erfreut über die Aussage der Deutschen Bahn AG gezeigt,
wonach der zweigleisige Ausbau der Strecke Rotenburg – Verden ganz oben
auf der Agenda stehe. Mit der Umsetzung der vom Dialogforum Schiene-Nord
empfohlenen Alpha-Variante müssten nun auch für ergänzende Verkehre
vorhandene Kapazitäten besser genutzt werden, hieß es aus Hannover und
Bremen weiter. Die evb Strecke Bremerhaven – Bremervörde – Rotenburg
müsste elektrifiziert und eine Verbindungskurve zu der Strecke Rotenburg
– Verden gebaut werden, hieß es weiter.

Bremens Senator für
Wirtschaft, Arbeit und Häfen, Martin Günthner: "Eine leistungs- und
zukunftsfähige Bahnanbindung ist für die strategische Entwicklung der
bremischen Häfen von zentraler Bedeutung. Neben den derzeit erfolgenden
erheblichen Investitionen in das eigene Netz der Bremischen
Hafeneisenbahn ist es besonders wichtig, dass auch auf den
weiterführenden Strecken der DB Netz AG zusätzliche Kapazitäten
geschaffen werden. Entscheidend ist dabei aus Bremer Sicht, dass nach
Jahrzehnten der bloßen Diskussion von einer Ypsilon-Trasse hin zur von
Bremen mit unterstützten Alpha-E Variante unverzüglich die technischen
Optimierungen wie Blockverdichtungen begonnen werden." Mit Blick auf die
aktuelle Studie zu evb zeigte sich der Senator erfreut, dass damit der
Netzgedanke über verschiedene Infrastrukturbetreiber hinweg zum Wohle
des Hafenverkehres aber auch der Bevölkerung verfolgt werde. So auch
Bremens Verkehrssenator Joachim Lohse: "Das Streckennetz der evb kann
insbesondere mit der Elektrifizierung einen Bypass für die hoch
belastete Strecke zwischen Bremen und Bremerhaven darstellen und im
Falle betrieblicher Störungen oder Überlastungen die dauerhafte
Erreichbarkeit Bremerhavens garantieren."
Niedersachsens Minister
für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr Olaf Lies: "Unsere Seehäfen sind
logistische Drehscheiben, die auf eine leistungsfähige, gut vernetze
Verkehrsanbindung angewiesen sind. Die schnelle Realisierung der sog.
Alpha-E Variante leistet dafür einen wesentlichen Beitrag. Damit kommen
die bereits erfolgten und von Niedersachsen initiierten Maßnahmen auf
der evb Bahnstrecke Bremerhaven – Bremervörde – Rotenburg besser zur
Geltung. Niedersachsen hat bereits seit 2009 rund 50 Millionen Euro in
die Ertüchtigung der Strecke investiert. Mit dem Ersatz der Ostebrücke
und der Signalisierung der Strecke Bremervörde – Rotenburg sind weitere
wichtige Maßnahmen für eine maßvolle Nutzung dieser Strecke durch den
Güterverkehr absehbar. Jetzt gilt es, die Strecke so schnell wie möglich
zu elektrifizieren. Ich freue mich, dass wir mit Bremen gemeinsame
Ziele verfolgen."
In einer Studie, die Niedersachsen und Bremen
2015 in Auftrag gegeben haben, wurden Maßnahmen erarbeitet, um die
vorhandene Kapazität der Strecke Bremerhaven – Bremervörde – Rotenburg
zu nutzen. Die vorliegenden Ergebnisse zeigen, dass die Elektrifizierung
der Strecke und der Bau einer Verbindungskurve zu der zum Ausbau
anstehenden Strecke Rotenburg – Verden wichtige Maßnahmen für die
Attraktivität der Strecke sind. Ferner müssten
betrieblich-organisatorische Gegebenheiten angepasst werden, um den
Zugang zur Nutzung der evb-Infrastruktur zu erleichtern. In einem ersten
Schritt hat die evb eine Machbarkeitsstudie für die Verbindungskurve
erstellt. Die Ergebnisse werden in die anstehenden Planungen für die
Strecke Rotenburg – Verden einfließen. In einem weiteren Schritt werden
die Länder Niedersachsen und Bremen gemeinsam mit dem Bund eine Lösung
für eine Elektrifizierung der evb-Strecke Bremerhaven – Bremervörde –
Rotenburg erörtern. Dabei wird es von entscheidender Bedeutung sein, wie
der Bund diese Maßnahme, die das Land Bremen für den BVWP angemeldet
hat, in seine Planungen einfließen lässt. Ebenso könne der Bund über
sein Seehafenhinterlandprogramm die Elektrifizierung finanzieren, hieß
es aus Hannover und Bremen.
Hintergrund: Anfang 2015 hatte das
Land Niedersachsen einen Dialogprozess über den Ausbau der
Schieneninfrastruktur im Korridor Hannover – Bremen – Hamburg initiiert.
Im November 2015 schloss sich eine breite Mehrheit der Teilnehmenden im
Dialogforum Schiene Nord der Empfehlung für die sog. Alpha-Variante an.
Die Trasse wurde von Niedersachsen in der optimierten Variante Alpha E
zum Bundesverkehrswegeplan angemeldet. Prognosen gehen davon aus, dass
die Umschlagszahlen der deutschen Seehäfen bis 2030 jährlich um 2,8
Prozent steigen werden.
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