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Dienstag, 9. Februar 2016

Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten? - Safer Internet Day am 9. Februar 2016

Der Safer Internet Day, der wie jedes Jahr am zweiten Tag der zweiten Woche des zweiten Monats des Jahres stattfindet, soll alle Menschen in Europa anregen, über ihr Verhalten im Internet nachzudenken. Dies gilt besonders für die Kommunikation in sozialen Medien.
"Die Gedanken sind frei, wer kann sie erraten?" So lauten die ersten Zeilen eines deutschen Volksliedes aus dem 18. Jahrhundert. Im letzten Jahr war das Lied in einem Werbespot eines großen deutschen Internetdiensteanbieters zu hören. Soziale Netzwerke werden dafür genutzt, die Gedanken mit anderen auszutauschen. Was für die Nutzerinnen und Nutzer zunächst als persönliche elektronische Unterhaltung zwischen Freundinnen und Freunden aussieht, darf von den Anbieterfirmen teilweise kopiert, genutzt und sogar veröffentlicht werden. Für die Unternehmen kann dabei nicht nur das über automatische Auswertungen gewonnene Thema der Diskussion interessant sein, sondern auch die Information, wer mit wem wann und wie oft kommuniziert. Diese Daten können von Schwesterunternehmen oder in Ländern mit geringerem Datenschutzniveau auch von staatlichen Stellen missbräuchlich verarbeitet werden. Über spektakuläre Fälle, wie sie Edward Snowden enthüllt hat, erfahren wir immer wieder. Da ist es folgerichtig, dass sich der überwiegende Großteil aller Menschen in Deutschland (95,2 Prozent der Befragten) nach der Studie "Daten & Schutz 2015/2016" des GfK Vereins vor Datenmissbrauch fürchtet und knapp 70 Prozent von ihnen sich um den Schutz persönlicher Daten sorgen.
"…Kein Mensch kann sie wissen", wie es in dem Volkslied weiter über die Gedanken heißt, stimmt also nicht ganz: Menschen, die ihre Gedanken in sozialen Netzwerken mit ihren Freunden teilen, teilen diese auch mit dem Anbieter des Netzwerkes.
Der heutige Safer Internet Day könnte der Anlass sein, sich zu überlegen, welche Informationen wir im letzten Jahr nicht nur unseren Kontakten, sondern auch den internationalen Anbietern der Netzwerke mitgeteilt haben, und ob wir dies auch heute noch tun würden. Wer sich entscheidet, soziale Netzwerke zu nutzen, sollte die Privatsphäreeinstellungen überprüfen. Dies schützt zwar nicht vor den Anbietern, aber zumindest vor anderen Dritten, für die die Nachricht eigentlich nicht gedacht war.
Unter www.klicksafe.de finden sich Informationen über zahlreiche Angebote zum Safer Internet Day in Bremen zum Beispiel von der bremischen Landesmedienanstalt oder dem Radio Weser.TV. Speziell an Jugendliche gerichtet ist das Internetportal www.youngdata.de , das die Datenschutzbeauftragten der Länder und des Bundes gemeinsam anbieten.
Kontakt/Rückfragen:
Dr. Imke Sommer, Telefon (0421) 361-2010

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