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Dienstag, 1. September 2015

Schuljahresbeginn: Über 900 Einschulungskinder und rund 80 neue Lehrer erwartet


Mit dem Schuljahresbeginn in dieser Woche starten auch 922 Einschulungskinder in den 1. Klassen der Bremerhavener Grundschulen. 746 Kinder werden in den 5. Klassen der Oberschulen begrüßt und weitere 166 starten im 5. Jahrgang des Lloydgymnasiums. Für 527 Schülerinnen und Schüler beginnt mit der Einführungsphase an den Gymnasialen Oberstufen die letzte Etappe auf dem Weg zum Abitur.


Doch nicht nur für diese Schülerinnen und Schüler beginnt ein neuer Lebensabschnitt: Kurz vor Schuljahresbeginn konnten nahezu alle Einstellungen der 84,5 neu zu besetzenden Lehrerstellen vorgenommen werden. Damit hat sich das Einstellungskontingent gegenüber dem Vorjahr (73 Stellen) nochmals erhöht und zwar in der Hauptsache durch die zusätzlichen Bafög-Mittel, mit denen das Personal in den Grundschulen und der Vertretungspool aufgestockt werden, wie Schuldezernent Michael Frost erläutert. Derzeit, so Frost, liefen noch die Besetzungsverfahren für die letzten noch offenen Stellen, und soweit einzelne Schulen noch Fachbedarfe oder kurzfristige Personalausfälle gemeldet haben, werde versucht, darauf kurzfristig zu reagieren.
Frost bedankt sich bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der beteiligten Ämter: „Bei der Bewältigung der Einstellungsverfahren haben Schul-, Personal- und Gesundheitsamt sehr eng und hoch motiviert zusammengearbeitet, um die Verfahren rechtzeitig zum Schuljahresbeginn erfolgreich abschließen zu können. Es zeigt sich, dass wir in der Lage sind, unsere kurzen Wege effizient zu gestalten und mit der nötigen Flexibilität zu handeln, um die Unterrichtsversorgung zu gewährleisten.“
Insgesamt seien die enormen Anstrengungen zur Personalgewinnung erfolgreich verlaufen, so Frost weiter. „Unsere bundesweite Werbung durch direkte Anschreiben der Ausbildungsseminare, vor allem aber der auch im Internet verbreitete Kino-Werbespot hat zu einem deutlichen Anstieg eingehender Bewerbungen geführt.“ Besonders erfolgreich sei man erneut bei der Personalgewinnung aus den eigenen Reihen gewesen. Frost: „Knapp ein Viertel der Neueinstellungen bestreiten wir mit in unseren Schulen ausgebildeten Referendarinnen und Referendaren.“ Der Generationenwechsel mache sich auch im Altersdurchschnitt der Lehrkräfte bemerkbar, der gegenüber 2014 von 47 auf 46 Jahre sank.
Frost: „Dennoch stehen wir weiter vor großen Herausforderungen. Die Bewerbungen für das Grundschullehramt und auch die Sonderpädagogik liegen weiter unter unseren Bedarfen. Zur Überbrückung konnten wir Zeitverträge mit Lehramtsabsolventinnen und -absolventen abschließen, die noch nicht zum Referendariat zugelassen wurden. Wir stellen daher auch in den kommenden Wochen und Monaten weiter ein, damit keine Lücken entstehen.“ Zum Halbjahreswechsel werde sich die sonderpädagogische Ausstattung der Oberschulen weiter verbessern, weil dann die dritte und letzte Gruppe der in Kooperation mit der Universität Oldenburg ausgebildeten SonderpädagogInnen mit voller Stundenzahl in die Schulen zurückkehre.
Daneben bleibe die Integration von Flüchtlingen und Zuwanderer zentrales Thema des neues Schuljahres. Frost: „Bei der Aufnahme, Sprachvermittlung und Integration der inzwischen fast 600  Neuankömmlinge leisten unsere Schulen hervorragende Arbeit. Die Willkommenskurse, in denen die AWO die Kinder auf den Schulbesuch vorbereitet, helfen, sich in der neuen Heimat zurechtzufinden. Das ehrenamtliche Engagement vieler Helferinnen und Helfer ist beeindruckend. Doch dauerhaft wird die Integration der Neuankömmlinge nur dann gelingen, wenn hierfür eine verlässliche Personal- und Sachmittelausstattung zur Verfügung steht.“ Angesichts der bundesweiten Nachfrage sei es schwierig, qualifiziertes Personal für den Sprachunterricht zu finden.
Da die vom Land Bremen in diesem Jahr gewährten 600.000 Euro für Bremerhaven lediglich ein  Drittel der Gesamtkosten für die Sprachkurse ausmachten, sei ein Bundesprogramm für diese Zwecke unerlässlich, so Frosts abschließende Forderung: „Wir haben alle Konzepte und die Bereitschaft, eine erfolgreiche Integration der Kinder und Jugendlichen zu gewährleisten. Aber ohne zusätzliche Finanzmittel werden wir den Kindern und unseren eigenen Ansprüchen dauerhaft nicht gerecht werden können.“

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